18.02.2015 Wharariki Beach und zurück nach Takaka

Die Wale sind dieses Mal nicht wieder gestrandet und gut ins Meer zurück gekommen. Hier kann man einen kleinen Einblick bekommen.

https://www.youtube.com/watch?v=tZGBT-Wp6d0&feature=youtu.be

 

Am Sonntag war ich noch beim Wharariki Beach und es ist ein wirklich schöner Strand. Überall Felsen und Höhlen die vom Meer bei Ebbe freigelegt werden. Nur auch ziemlich windig meistens.

P1030751

Dieser Kollege hat mich echt erschreckt. Ich bin um einen Felsen gegangen und habe ihn nicht gesehen, als er plötzlich brüllend auf mich zugestürmt kam. Ich habe jetzt gelernt, dass ich deutlich schneller rennen kann als ein Seehund!

P1030806

Ich habe mir am Strand eine ruhige Höhle ohne Wind gesucht und dann noch eine ganze Weile gelesen.

P1030815

 

P1030840

 

P1030910

Und ich habe noch ein paar junge Seehunde gefunden die in einem der Felsenbecken gespielt haben. War sehr niedlich anzuschauen.

P1030921

Am nächsten Tag bin ich mit Vincent noch am Farewell Spit wandern gegangen. Das ist eine große Sandbank mit Dünen die ins Meer ragt. Ich war echt froh als wir zurück waren, denn der Sand war furchtbar heiß an den Füßen sobald man vom Meer wegging. Und auf der einen Seite waren die Wale die nicht mehr schwimmen werden. Teilweise roch das schon sehr und ich frage mich was damit geschieht.

P1030929

P1030935

Jetzt bin ich wieder im Hangdog Camp und sitze hier im Fluss auf einem Felsen mit einer Bank und schreibe ein bisschen.

20150217_115428

Das hier ist der Zugang zum Felsen

20150217_115513

Grüße vom Fluss

Manuel

15.02.2015 Farewell Spit und die Wale

Ich bin am Samstag um 2 Uhr beim Campingplatz am Wharariki Beach angekommen und wollte eigentlich noch nach Jobs suchen und vielleicht was schreiben, als ich hörte dass in der Nähe Wale gestrandet sind. Ich bin sofort hingefahren, habe gleich eine Unterweisung mitbekommen und bin mit raus zu den Walen.

Gestern sind wohl 200 Pilot-Wale gestrandet und es konnten nur ca. 80 gerettet werden. Die sind wohl heute wieder gestrandet und diesmal haben es „nur“ 12 nicht geschafft. Ich hoffe dass sie jetzt nicht noch einmal stranden, denn das zehrt sehr an ihren Kräften.

Es war ein ganz außergewöhnliches Gefühl diesen Großen aber auch so hilflosen Tieren so nahe zu sein. Ich habe richtig gemerkt, dass der Wal um den ich mich mit Vincent (So ziemlich das ganze Hangdog Camp war da) gekümmert habe auf uns regiert hat. Die Wale müssen hauptsächlich gekühlt und irgendwie ruhig gehalten werden. Am Anfang hat der Wal noch ganz schnell und unregelmäßig geamtmet, aber nach einer Weile haben ich mit ihm einen Rhythmus gefunden. Wenn ich das Wasser auf den Rücken gegossen habe, hat er aus und wieder eingeatmet und dann konnte ich das Wasser über seinen Kopf gießen. Das Problem ist, dass der Wal halt kein Wasser atmen möchte und davor auch große Angst hat. Aber nach einer Weile ist er viel ruhiger geworden, nachdem er gemerkt hat, dass ich darauf aufpasse. Es war ganz furchtbar mit anzusehen wie die Tiere litten. Jeder Atemzug war eine große Anstrengung für sie und auch die Sonne hat einige sehr mitgenommen. Die Haut hat sich in Großen Blasen abgeschält, teilweise komplett auf einer Seite.

Nach 2 oder 3 Stunden kam dann die Flut und wir sind zurückgegangen, da es ohne Neopren Anzug einfach zu kalt war. Aber die Wale haben definitiv gemerkt dass wir ihnen helfen wollten! Ganz unglaubliches Gefühl. Ich bin froh geholfen zu haben.

20150214_161811

Das war der Wal um den ich mich mit Vincent gekümmert habe.

20150214_161844

20150214_161846

20150214_162937

20150214_162940

20150214_162942

13.02.2015 Im Nordwesten der Südinsel

Ich bin von Takaka nach Nordwesten gefahren um mal ein bisschen die Gegend zu erkunden. Direkt bei Takaka gibt es die größten und klarsten Quellen Ozeaniens. Aber das war zwar schön, jedoch durfte man das Wasser nicht berühren und es gab einen kurzen eingezäunten Weg. Das Wasser war sehr klar und man konnte bis auf die Wellen an der Oberfläche, alles im Wasser sehen. Aber ich fand das nicht so nett.

P1030600

 

P1030599

Danach habe ich noch ein altes restauriertes Wasserkraftwerk angeschaut. Das fand ich wirklich gut. Vor allem produziert der Generator 250KW. Und durch die recht große Höhe braucht das einen relativ geringen Wasserdurchsatz. Da hätte ich mit viel mehr Wasser gerechnet.

P1030602

Ich bin weiter über Schotterpisten zum Whanganui Inlet gefahren. Das ist eine ziemlich große “Bucht” und fast niemand wohnt dort. Aber es war etwas schwer einen Schlafplatz zu finden. Selbst in dieser verlassenen Gegend war fast jeder der wenigen möglichen Plätze von Leuten besetzt die dort übernachten wollten. Ich habe dann mein Lager auf einem winzigen Wanderparkplatz in den Bergen aufgeschlagen. Aber auch dort waren die Büsche mit Toilettenpapier übersäht. Ich verstehe echt warum die Einheimischen dem ganzen immer genervter gegenüberstehen. Wenn sich die Reisenden etwas vernünftiger benehmen würden sollte das wirklich kein Problem darstellen.

P1030612

Ein Teil des Inlets bei niedrigerem Wasserstand

P1030616

Der Sternenhimmel von meinem Schlafplatz

P1030642

Die Wanderung auf den Knuckle Hill war wirklich super mit einem schönen Ausblick und wirklich war mit der Sonne.

P1030651

P1030663

P1030670

Ich habe an dem Abend noch einen optisch wunderschönen Schlafplatz gefunden.

P1030698

P1030703

Aber nachdem abends der Wind nachgelassen hatte, kamen die Sandflies in Massen!

Ich konnte erst im Dunkeln kochen, da die dann nicht mehr so aktiv sind und musste am nächsten morgen lange warten bis der Wind stark genug war, dass ich aus dem Zelt konnte.

20150214_081431

Gruß

Manuel

10.02.2015 Klettern im Paynes Ford

Nach dem Festival bin ich am 05.02. von den Canaan Downs Richtung Golden Bay gefahren. Das ist die Gegend um den nördlichsten Punkt der Südinsel. Bis Takaka waren es nur ungefähr 40km, aber sehr kurvenreiche Straßen. Takaka ist die größte Stadt in der Gegend mit ungefähr 1500 Einwohnern. Aber es ist recht belebt und es gibt ein Kino und so weiter. Wirkt recht nett. Hier habe ich ungefähr 5km außerhalb den Campingplatz Hangdog gefunden. Der ist nur für Kletterer da er direkt neben dem wirklich schönen und großen Klettergebiet Paynes Ford liegt. Das ist hauptsächlich Kalkstein und es gibt über 250 Routen die man zu Fuss in 10 Minuten erreichen kann. Aus der einen geplanten Nacht sind dann bisher auch schon 6 geworden.

 IMG_2752
Ich vermisse meine Kletterausrüstung sehr und das Zeug ist hier furchtbar teuer weil alles importiert werden muss. Das hatte ich nicht bedacht als ich mich entschieden habe meine Sachen nicht mitzunehmen. Hier sind zwar viele Kletterer unterwegs, aber an Ausrüstung mangelt es oft.
Aber ich war hier schon mit einigen Leuten jeden Tag Klettern und heute haben wir Mittags aufgehört um eine kleine Pause zu haben und ich wollte meine Berichte gleich mal hochladen in Takaka. Da gibt es an der Bibliothek freies WLAN.
Klettern macht hier echt Spass, aber hier gibt es im Unterschied zu vielen Kletterrouten in Deutschland keine Möglichkeiten das Seil vorher ober zu Befestigen (Toprope). Also muss immer mindestens einer den Vorstieg machen und dabei das Seil unterwegs einklipsen. (Das ist ja auch die eigentlich richtige Art zu klettern) Aber das ist für mich schon noch ungewohnt und daher sehr aufregend/anstrengend ab einer gewissen Höhe über dem Boden 🙂 Die Routen hier gehen bis knapp 30 Meter.

P1030596
Daher wollen Henry (aus Belgien) und ich morgen mal einige Sturzübungen machen um uns ein bisschen mehr daran zu gewöhnen.
Wir waren hier auch eine Nacht in einer Höhle unter den Kletterfelsen in der man Glühwürmer sehen kann.
In der Nähe der Felsen fließt der Takaka River in dem man schwimmen (furchtbar kalt) kann oder auch einige Boulderprobleme über dem Wasser (deep water soloing) ausprobieren. Aber nach einem kurzen Schwimmen habe ich mich daran noch nicht getraut. Das Wasser ist einfach zu kalt. Und die Sonne hat zwar viel Kraft hier, die Lufttemperatur ist aber nicht sehr hoch. Vielleicht mal knapp über 20 Grad, aber immer mit Wind. Nachts ist es eher zwischen 0 und 10 Grad.
Die nächsten Tage werde ich vielleicht mit Ido (aus Israel) eine Wanderung durch einen der Nationalparks machen wenn das zeitlich bei uns beiden passt.

 

Das ist meine Klettergruppe für die Tage gewesen. Von rechts: Henry aus Belgien, Beth aus Amerika und Vincent aus dem Harz

G0012767

IMG_2755

Und nochmal unsere Gruppe bei einem Abschiedsfoto.

IMG_2866
Grüße vom Hangdog Camp

Manuel

04.02.2015 Luminate Festival

Ich bin auf dem Luminate Festival in den Canaan Downs. Das liegt zwischen Motueka und Takaka auf dem Takaka Hill. Die Landschaft hier ist einfach atemberaubend. Es ist eine sehr hügelige Gegend mit grassigen Lichtungen und viel altem „Beech“-Wald. Die Bäume habe lauter winzige Blätter und  erzeugen wirklich schöne Formen im Wald. Außerdem gibt es hier herrlich viele Felsen und Höhlen. Fast alle Flüsse und Bäche sind hier trocken, oder verschwinden nach kurzer Strecke im Boden.

P1030472

P1030473
Ich bin wirklich froh hier zu sein. Es sind so unglaublich viele nette und unkomplizierte Menschen hier unterwegs und ständig viele Workshops zu vielen Themen. Ich habe viel Zeit im Circus Bereich verbracht und einige Workshops an diesen Seidentüchern (airial silk) mitgemacht mit hoch und runterklettern (was einfach ist) und einigen „drops“ (die oft recht schmerzhaft sind). Das bedeutet man verknotet sich in 3m Höhen in den Tüchern und lässt dann „los“ und wickelt sich beim Fallen ab. Natürlich schon mit System, aber das Abbremsen ist oft schmerzhaft.

Rechts im Bild sieht man das Gestell dafür.

P1030525

P1030514

Oder ich habe mit vielen Leuten auf einer der vielen Slacklines oder mit Pois Zeit verbracht. Oder beim Singen oder sonstwo. Es gab auch ständig Musik, jedoch waren da gute wie auch sehr schräge Aufführungen bunt gemischt. Musikalische Pause war jeden Morgen von 6 – 9. Aber da der Campingbereich durch eine kleine Hügelkette von dem Festival Gelände abgetrennt ist, war das kein Problem wenn man schlafen wollte.
Das Wetter war hier auch recht spannend. Die Sonne hat die ersten Tage so vom Himmel gebrannt, dass man nur den Schatten der Bäume aufsuchen konnte. Nachts war es dann frisch, aber ok. Am Samstag fing es dann an zu regnen und hat auch bis Montag Mittag nicht aufgehört. Da war dann vor allem der Sonntag ein recht ruhiger Tag mit viel Zeit im Zelt und Lesen. Jetzt ist es sonnig bis bewölkt, aber die Nächte sind empfindlich kühl.
Ein Vortrag (8 Stunden) war über die Unified Field Theory von Nassim Haramein, vorgetragen von Jamie Janover. Das war zwar ein spannendes, wenn auch etwas abgedrehtes Thema, aber es war ein ziemlich amerikanischer Vortrag mit dem Motto, wenn ich euch viele Bilder zeige, dann muss es stimmen. Aber er war ein guter Redner und es war wirklich auch viel interessantes dabei, wobei es etwas an Beweisen oder Herleitungen mangelte.
Die Zirkusleute waren auch die ganze Zeit da und so gab es ständig Feuershows oder Aufführungen. Mal geplant, mal ganz spontan, aber fast die ganze Nacht. Viele der Leute hier sind auch nicht gerade unbegabt und haben ihre Pois und wasauchimmer auch mit dabei.

IMG_2659

P1030496

P1030490
Vor allem die Nächte mit vielen großen Feuern, ständiger Trommelmusik und Vollmond auf diesem einzigartigen Gelände waren wirklich beeindruckend.
Heute war ich mit Vincent etwas wandern und habe gleich eine Höhle gefunden und erkundet. Das war aber eher ein 5m tiefer Schacht, der dann seitlich einige Meter tiefer endete. Danach haben wir aber noch einen kleinen trockenen Fluss gefunden der einfach in einer Felswand endete.

P1030553

P1030564

P1030575

Nach einem bisschen Suchen habe ich den Eingang zu einem echt großen Höhlensystem gefunden, dass wir dann so 15m tief und vielleicht 60m in den Berg erkundet haben. Danach sind wir aber umgekehrt um uns nicht zu verlaufen. Es gab fast unendliche Möglichkeiten abzubiegen.
Eine wirklich schöne Gegend und komplett ohne Handyempfang. Und mit 2 Duschen für 4000 Leute und ohne Mülleimer und mit 2 Wasserhähnen für alle. UND es hat funktioniert!
Gruß
Manuel