29.05.2015 Der Weg nach Wanaka

Die Westküste von Neuseeland hat sich im Winter in wirklich netter Weise präsentiert. Es war zwar kalt, aber nicht viel Regen, schönes Wetter und kaum Sandflies.

Nach dem wir den Copland Track gewandert sind haben wir uns auf den Weg nach Jackson Bay gemacht. Das ist der Ort an dem an der Westküste die Straßen enden. Solche Orte finde ich ja immer spannend.

Wir sind momentan: Dakota aus Utah, Tomer aus Israel und ich aus Deutschland.

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In der Bucht war sogar noch eine Delfin Schule unterwegs

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Hier kann man sehr schön das Ende der Welt sehen.

Und auf dem Rückweg haben wir noch für einen schönen Sonnenuntergang angehalten.

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Und das hier ist der beste Ort zum Steine flipsen den ich bisher auf der Welt gefunden habe. Die Blue Pools im Mount Aspiring National Park. Aber leider einige Sandflies unterwegs.

Wanaka ist eine recht nette kleine Stadt und im Winter voller Wintersportler. Die Gegend ist auch fürs  Klettern bekannt, aber das hat vom Wetter her nicht so richtig gepasst.

28.05.2015 Reise in die schneeumringten Sterne

Lass uns eine Reise unternehmen. Lehn dich zurück und schließe Deine Augen (ok, auf den Text blinzeln ist erlaubt). Wir werden einen Ort aufsuchen der eine Reise wert ist, nicht nur einen Umweg. Zuerst befreien wir das Auto von seinem frostigen Pelz und fahren bei strahlendem Sonnenschein und 2,3°C eine wunderschöne, wilde Küste entlang, folgen Buchten und Bergen, durchqueren Raureif-bedeckte Wiesen bis wir neben dem Copland River das Auto zurücklassen.

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Das letzte Dorf liegt schon viele Kilometer zurück und vor uns erstreckt sich weiterhin die fast unbewohnte, wild wuchernde Westküste unter einem frostigen Mantel.

Mit dem Rucksack auf dem Rücken und einem warmen Tee im Bauch suchen wir uns einen Weg durch den ersten Fluss. Da noch 7 Stunden des Wanderns vor uns liegen wollen wir unsere Schuhe natürlich nicht gleich mit eisigem Wasser füllen sondern bauen uns einen Weg aus großen Steinen.

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Nun folgen wir dem Tal entlang des Flusses durch den Regenwald. Überall sind die Spuren der Wassermassen zu sehen die hier normalerweise hindurchrauschen. Stell dir mal 7 Meter Niederschlag pro Jahr vor die durch diese Flüsse und Schluchten rauschen.

Der Weg führt durch den Neuseeländischen Regenwald, der von der letzten Nacht noch mit Frost überzogen ist. Wo immer die Bäume etwas lichter stehen ist ein Übergang wie in eine andere eisige Welt.

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7 Stunden geht der Weg bergan und viele weitere Flüsse und Erdrutsche wollen überquert werden. Links und rechts rauschen immer wieder Wasserfälle über die Felskanten und ergießen sich brausend in den Fluss, an dessen Ufern sich das Sonnenlicht in den Eiskristallen bricht.

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Zum Glück finden wir bei den größeren Flüssen und Schluchten einige sehr lange Hängebrücken, die uns einen weiten Weg ersparen.

P1060102Um die Mittagszeit gelangen wir zu einer kleinen Not-Hütte an der wir unseren Mittags-Imbiß aus selbstgebackenem Brot verzehren. Nach der Stärkung geht es weiter bergauf und in die schneebedeckten Berge hinein. Als die Sonne beginnt sich langsam hinter den Bergen zu verstecken liegen die letzten Kilometer vor unseren inzwischen müden Füßen und wir können das Kohlenfeuer der Hütte schon riechen. Mit den letzten Lichtstrahlen schlurfen wir in die  Welcome-Flat Hütte. Dort werden wir von einem gemütlich glühenden Kohlenfeuer begrüßt und können hinter den Bäumen schon die großen Dampfschwaden der heißen Quellen aufsteigen sehen.

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Nachdem wir unsere Schlafsäcke ausgerollt haben kochen wir uns einen Tee und etwas zu essen und waschen schnell noch das Geschirr ab. Dann geht es hinaus in die dunkle Kälte unter dem Sternenklaren Himmel. Ungefähr 200m von der Hütte entfernt finden wir einen kleinen Unterstand in den wir uns umziehen können, was bei –5 Grad sehr schnell geht, und dann geht es auf schmerzenden eiskalten und nackten Füßen über spitze Steinchen und gefrorenes Gras zu den warmen Tümpeln. Dort erwartet uns weicher Schlamm, wohlige Wärme und blubbernde Blasen in die wir uns zurücklehnen und das Panorama der vom Mondlicht beschienenen, schneebedeckten Berge genießen können, während über uns die Sternschnuppen über den klaren Himmel rasen und der Wasserdampf genüsslich um uns herumwabert.

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Irgendwann stellen wir dann fest, dass das abtrocknen und umziehen um so länger zu dauern scheint, je kälter der Boden ist auf dem die bloßen und nassen Füße stehen. Und so geht es dann flotten Schrittes in den Schlafsack.

Der nächste Tag begrüßt uns mit einem immer noch klaren Himmel und lädt zu einem schnellen Sprung in das heiße Wasser ein. Der einzige Nachteil des vorhandenen Lichtes ist, dass die visuellen Eindrücke der Tümpel nicht unbedingt einladend wirken.

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Aber wir können uns einen Kopfkissen-Stein suchen und uns zurücklehnen um die Sonne dabei zu beobachten wie sie langsam die Bergspitzen mit weichem Licht übergießt.

Alles hat einmal ein Ende und das Frühstück und der Rückweg erwarten uns. Alle anderen haben inzwischen die Hütte verlassen und auch wir machen uns auf den Rückweg über die vielen Hängebrücken um dann mit dem letzten Licht der Dämmerung müde und glücklich das Auto zu erreichen.

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19.05.2015 Westport

Heute hat das Wetter mich sehr nett empfangen. Es hat nicht geregnet und war wärmer als gedacht. Westport ist eine kleine Stadt an der Mündung des Buller River gelegen. In 2 Minuten ist man am Strand und kann den Leuten beim Spazierengehen mit ihren Hunden zuschauen.

Die Stadt hat ihren eigenen Geruch, den ich hier an der Westküste überall angetroffen habe. Hier wird/wurde überall Kohle abgebaut und die hält immer noch die Häuser warm. Ich mag den Geruch irgendwie und es ist wirklich schön mal wieder einigermaßen geheizte Häuser zu haben. Jetzt sitze ich auch gerade neben einem alten Kohleofen.

Das Hostel in dem ich letzte Nacht war kann ich sehr empfehlen (Bazil’s). Es gab sogar Heizkörper. So mit Wasser und so. Habe ich hier noch nicht gesehen hier. Und die Holz/Kohle Öfen sind sogar an das Wassersystem angeschlossen.

Ich hatte mich schon gefreut, dass die angeblich so zahlreichen Sandflies gar nicht vorhanden sind, aber heute Nachmittag kamen sie dann doch noch. Bisher noch nicht furchtbar schlimm, aber sie sind noch da.

Mein Weg führte mich heute in der Dämmerung in eine Geisterstadt um eine ehemalige Goldmine. Überall eingestürzte und intakte Minenschäften und Stollen und einige Ruinen und Fundamente. Vor allem die alten Grundstücksgrenzen lassen sich oft noch gut erkennen. Die Hecken sind halt jetzt Baumreihen. Nachdem ich den kleinen matschigen Feldweg im Dunkeln zurück zur Strasse gefunden habe bin ich in Reefton angekommen. Ein kleines Städtchen neben einer immer noch aktiven Goldmine. Und die erste Stadt in NZ die ein Stromnetz und elektrische Strassenbeleuchtung hatte. In dem Hostel sind ausser mir noch ein Kiwi und ein Franzose die beide in der Goldmine arbeiten. Das Hostel wirkt wirklich wie aus vergangenen Jahren. Aber ein sehr freundlicher Besitzer und ein Kohleofen, also einigermaßen warm. Als ich ankam hing ein Schild an der Tür, dass man sich einfach ein Bett suchen solle, der Rest würde sich dann schon ergeben. Sehr sympathisch. Und sehr günstig.

13.05.2015 Klettern in der Golden Bay (mal wieder)

Ich habe in Blenheim noch 2 Nächte im Hostel verbracht, da mein Zimmer schon wieder verplant war. Irgendwie ist da gerade immer noch starker Bedarf für Zimmer, obwohl ich im Hostel fast der einzige war. Da waren alle anderen Zimmer leer. Und es war meine bisher letzte Gelegenheit Brote zu backen.

Am 05.05. bin ich dann mit 2 neuen Reifen von Blenheim nach Motueka gefahren wo ich einige Leute wiedergesehen habe. Jens und Linda und Alice und Lisa waren dort und haben Äpfel gepflückt, oder auch Kiwis verpackt. Wir hatte einen netten Abend und am nächsten Tag habe ich Vincent auf dem Hangdog Climbers Camp getroffen. Dort ging gerade die Welt unter so sehr hat es geregnet. Und dann auch die ganze Nacht durch. Zum Glück hat irgendjemand auf dem fast leeren Camping Platz eine Plane zwischen de Bäumen vergessen. So konnte ich mein Zelt wenigstens halbwegs trocken aufbauen. Es fällt schon irgendwie auf, dass jetzt Herbst ist. Es regnet viel und die Nächte werden auch ein bisschen kühler. Aber wenn die Sonne mal scheint dann ist es gleich wieder recht warm.

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Am nächsten Tag wollten wir gleich zum Klettern ans Meer nach Pohara fahren, da die Felsen dort in der Sonne und im Wind stehen und daher recht schnell trocknen. Aber auf dem Supermarkt Parkplatz meinte ein netter alter Herr mit seinem Geländewagen rückwärts in Vincents Auto fahren zu müssen. Dadurch war dann die hintere Tür eingedrückt und die Scheibe kaputt. So haben wir dann neue Kontakte mit den Neuseeländischen Versicherungen und Werkstätten knüpfen dürfen und der Tag war gelaufen. Das Auto haben wir dann noch über den Berg nach Motueka fahren müssen, da hier niemand die Reparatur durchführen konnte.

Die nächsten Tage waren wir mit Kelsey, Tracy und John aus Alaska Klettern. Sehr nette kletternde Fotografen! Und Abends haben wir nochmal die Glühwürmer besucht, diesmal mit allem was man sich an Foto Equipment vorstellen kann und dann auch fast 3 Stunden dort verbracht. War schon spannend.

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Ich füge hier mal ein paar Bilder aus der Glühwurm-Höhle ein die Vincent gemacht hat während Kelsey und John verschiedenste Fotos gemacht haben

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Kelsey und John schreiben ihren Bericht in einem Forum, die Bilder sind wirklich toll.

http://www.supertopo.com/tr/Oceania-and-South-East-Asia-Ongoing-Trip/t12707n.html

So waren wir an trockenen Tagen Klettern und haben abends meistens bei Regen im “Kochschuppen” gemütlich und sehr lecker gekocht.

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Am Freitag war Vincents Auto wieder fertig und ich habe in Motueka noch für mein Auto ein Warrant of Fitness (sowas wie HU) machen lassen. Und der Besitzer der Werkstatt hat mir noch angeboten am Montag seine Werkstatt benutzen zu können um den Zahnriemen bei meiner Karre zu wechseln.

Also beschloß ich noch ein paar Tage in dem wunderschön langweiligen Motueka zu verbringen. Jens, Linda, ALice und Lisa waren immer noch da und so bin ich für 3 Tage in deren Haus verbracht. Durch die vielen Jobs hier (Äpfel und Kiwis pflücken und verpacken) gibt es einige Häuser die meist von asiatischen Frauen verwaltet und an Reisende/Arbeiter vermietet werden. Dabei werden dann so 20 Leute in ein normales relativ heruntergekommenes Haus gesteckt. Ist nicht so richtig gemütlich. Inzwischen ist es nachts ja auch nicht mehr so warm und die Häuser haben keine Heizung. Das ist zwar eine relativ günstige Art zu wohnen, aber die Besitzer bekommen trotzdem Unmengen an Geld. So ein Haus würde komplett vielleicht 300$ pro Woche kosten zur Miete und auf diese Art kommen dann 1800$ zusammen.

Am Sonntag bin ich noch ungefähr 30km des Abel Tasman Coast Walks gewandert. Dafür habe ich mich mit einem der Wasser Taxis in die Bark Bay bringen lassen und bin zurück zu meinem Auto gelaufen. Zum Glück war gerade ein Sonnentag und kein Regen wie die Tage davor.

Das erste Stück ging über viele kleine Strände und war echt schön, aber der zweite Teil war etwas langweilig. Und selbst jetzt im quasi Winter fahren immer noch ständig die Wasser Taxis vorbei. Ich will mir gar nicht vorstellen wie das im Sommer ist. Da habe ich schon schönere Ecken gesehen. Und dabei soll das einer der schönsten Great Walks sein.

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Heute morgen bin ich dann fix zur Werkstatt gefahren und habe den Zahnriemen gewechselt und bin dann Mittags weiter gefahren.

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Ich musste leider nochmal nach Nelson, was nicht wirklich auf dem Weg liegt. Aber meine Isomatte war undicht weil sich der Kleber aufgelöst hatte und an der Westküste gibt es keine großen Städte mehr. Daher musste ich zum reklamieren nach Nelson.

Jetzt bin ich in Westport in einem sehr netten Hostel angekommen und bin mal auf das Wetter morgen gespannt. Hier kann man angeblich nett surfen, aber ich bin im Dunkeln angekommen und das Wetter ist gerade nicht sehr einladend.

Bis bald

Manuel

04.05.2015 Bye Bye Oyster

 

Die Arbeit auf der Austernfarm ist jetzt vorbei und nun geht die Reise weiter. Aaron (der Besitzer) hat noch ein nettes Grillen am vorletzten Arbeitstag vorbereitet und dann war auch schon der letzte Arbeitstag. Ich bin ganz froh, dass sich meine Hände jetzt wieder erholen können. Durch das Salzwasser und das ganze Zeug darinnen hatte ich die ganze Zeit eine Art Ausschlag was sehr nervig war.

Ich war die letzten Wochenenden noch bei 2 Bergrennen von den örtlichen Autoclubs. Das war echt nett und ich wurde beide male gleich eingeladen mitzufahren. Es hat sich sehr schnell ein Renn Overall und ein Helm gefunden und schon konnte ich als Beifahrer mitfahren. Schon spannend. Smiley

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Und dieses Wochenende war ich am Samstag am Fluss in der Nähe von Renwick wo viele Offroad Tracks sind. Ich bin nur am Nachmittag ein bisschen rumgefahren soweit mein Auto das zuließ um mir das anzuschauen und habe auch gleich einen festgefahrenen Geländewagen rausgezogen. Obwohl das schon sehr grenzwertig war  Zwinkerndes Smiley

Und am Sonntag war ich Nachmittags bei schönen Wetter auf den Kiesbänken des Flusses unterwegs, als 2 Männer mit einem schicken Jetboot auf dem Anhänger vorbeikamen. Als ich hinging um freundlich Hallo zu sagen und mir das mal anzuschauen haben sie mich gleich eingeladen mitzukommen. War echt spannend. Der Fluss verzweigt sich in einem sehr breiten Flussbett und bildet oft viele kleine flache Ströme. Da sind wir dann  gute 2 Stunden durchgeheizt. Das ist ein sehr aufregendes Prinzip. Je flacher das Wasser desto schneller muss das Boot sein damit es nicht zu tief eintaucht. Und Jetboote lenken überhaupt nicht wenn man vom Gas geht. Viele Gründe also für spannende Action. Aber wir sind natürlich auch stecken geblieben. Ich habe ein paar Filme gemacht, aber die meiste Zeit habe ich mich festgehalten Smiley

Es ist wirklich faszinierend wo wir überall lang fahren konnten. Selbst 10cm tiefe Stromschnellen sind kein Problem wenn sie nicht zu lang sind. Das Boot rutscht dann einfach ein Stück durch den Kies. Es klingt nur wirklich gruselig wenn der Jet Antrieb die ganzen Kiesel frisst. Aber es scheint zu funktionieren. Aber für den Spass braucht es dann für ein kleines Jetboot schon gute 450PS damit es schnell genug beschleunigen kann in den kurzen Stücken wo das Wasser tief genug ist.