21.07.2015 Unter Segeln durch die Nacht

Gestern Abend habe ich mein Auto komplett ausgeräumt und von innen gesäubert. Austin wird mein Auto hier in Rotorua übernehmen und ich muss meinen Krempel jetzt irgendwie tragen oder loswerden. Das meiste wird Austin mit übernehmen, aber da ich ein bisschen mehr Kram habe als auf dem Hinweg, z.B. mein Kletterzeug, kommt schon einiges zusammen.

Nachdem wir mein Auto gepackt hatten sind wir heute morgen früh aufgestanden und gleich in die Werkstatt der Duck-Tours gefahren um einem ehemaligen Kollegen von Austin zu helfen.

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Er hat einen alten Hilux mit 570000km der einige kleine Ausbesserungen braucht für die nächste WOF. Nachdem das mit kleinen Hindernissen erledigt war sind wir flugs nach Auckland aufgebrochen um das Segelboot startklar zu machen. Austin hat sich auf der Fahrt sehr über das Auto gefreut, das jetzt ungefähr 5 mal soviel Leistung hat wie sein vorheriges. Dementsprechend flott waren wir unterwegs.

Wir haben in Auckland noch Alyssa aus Washington abgeholt und sind dann zum Segelboot in Beach Haven gefahren. Die Sonne ging schon langsam unter als wir beim Boot ankamen. Wir haben schnell das Auto ausgeladen und  Henry, das kleine gelbe Schlauchboot, in Wasser gebracht und damit das Segelboot, die Keiwiet, an den Steg geholt.

Austin hat sich noch in der Dämmerung mit Taucherausrüstung ins eiskalte Wasser begeben um den Rumpf und Propeller noch etwas von Bewuchs zu befreien und Alyssa und ich sind Treibstoff und Essen kaufen gefahren. Als wir zurück kamen war es schon vollends dunkel und Austin fast am erfrieren. Wir haben noch unsere Ausrüstung verstaut und sind in die Nacht aufgebrochen.

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Die reinkommende Flut hat das sowieso eher gemächliche 61 Jahre alte Segelboot noch ausgebremst, sodass wir über eine Stunde brauchten um überhaupt bis zur großen Brücke zu kommen.

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Meine Aufgabe war es dann uns in der Dunkelheit und ohne GPS und ohne Karten oder solchen Schnickschnack aufs Meer zu bringen. War schon spannend. Überall Leuchten irgendwelche Bojen, dafür die Schiffe an den Liegeplätzen gar nicht. Und generell haben die Schiffe nachts nicht wirklich viele Lichter, vor allem wenn die Stadt um einen herum blinkt und blitzt.

Irgendwann waren wir dann draußen und haben sogar die angepeilte Bucht an einer Insel für die restliche Nacht gefunden.

Der nächste Morgen

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Wir hatten die angeblich beste Pizza von Auckland auf Waiheke Island und haben uns dann für den Abend auf das Boot verzogen.

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Am Abend war es komplett windstill und die ganze Bucht war voller winziger durchsichtiger Algen die bei Bewegung aufleuchten. Das ganze war zu schwach für die Kamera, da Langzeitbelichtung auf einem Boot eher wenig Sinn macht.

Aber total beeindruckend. Jede Berührung mit dem Wasser hat leuchtende Kreise ausgelöst. War leider viel zu kalt zum Schwimmen, aber ich war schon sehr dazu verleitet reinzuspringen. Das ganze Specktakel hat ungefähr 3 Stunden angehalten. Dann kam ein leichter Wind auf, der die Algen quasi ständig ausgelöst hat und damit war nichts mehr zu sehen.

Am Morgen habe ich aus dem Bett die Ankerkette verstaut und wir haben beide Motoren angeschmissen und sind im Sonnenaufgang während des Aufstehens losgetuckert. Es war leider kaum Wind sodass wir ungefähr 5 Stunden zurück nach Auckland brauchten.

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Dort haben wir noch ein bisschen das Boot gesäubert, die Elektrik geflickt und sind dann die 300km zurück nach Rotorua gefahren.