21.07.2015 Unter Segeln durch die Nacht

Gestern Abend habe ich mein Auto komplett ausgeräumt und von innen gesäubert. Austin wird mein Auto hier in Rotorua übernehmen und ich muss meinen Krempel jetzt irgendwie tragen oder loswerden. Das meiste wird Austin mit übernehmen, aber da ich ein bisschen mehr Kram habe als auf dem Hinweg, z.B. mein Kletterzeug, kommt schon einiges zusammen.

Nachdem wir mein Auto gepackt hatten sind wir heute morgen früh aufgestanden und gleich in die Werkstatt der Duck-Tours gefahren um einem ehemaligen Kollegen von Austin zu helfen.

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Er hat einen alten Hilux mit 570000km der einige kleine Ausbesserungen braucht für die nächste WOF. Nachdem das mit kleinen Hindernissen erledigt war sind wir flugs nach Auckland aufgebrochen um das Segelboot startklar zu machen. Austin hat sich auf der Fahrt sehr über das Auto gefreut, das jetzt ungefähr 5 mal soviel Leistung hat wie sein vorheriges. Dementsprechend flott waren wir unterwegs.

Wir haben in Auckland noch Alyssa aus Washington abgeholt und sind dann zum Segelboot in Beach Haven gefahren. Die Sonne ging schon langsam unter als wir beim Boot ankamen. Wir haben schnell das Auto ausgeladen und  Henry, das kleine gelbe Schlauchboot, in Wasser gebracht und damit das Segelboot, die Keiwiet, an den Steg geholt.

Austin hat sich noch in der Dämmerung mit Taucherausrüstung ins eiskalte Wasser begeben um den Rumpf und Propeller noch etwas von Bewuchs zu befreien und Alyssa und ich sind Treibstoff und Essen kaufen gefahren. Als wir zurück kamen war es schon vollends dunkel und Austin fast am erfrieren. Wir haben noch unsere Ausrüstung verstaut und sind in die Nacht aufgebrochen.

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Die reinkommende Flut hat das sowieso eher gemächliche 61 Jahre alte Segelboot noch ausgebremst, sodass wir über eine Stunde brauchten um überhaupt bis zur großen Brücke zu kommen.

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Meine Aufgabe war es dann uns in der Dunkelheit und ohne GPS und ohne Karten oder solchen Schnickschnack aufs Meer zu bringen. War schon spannend. Überall Leuchten irgendwelche Bojen, dafür die Schiffe an den Liegeplätzen gar nicht. Und generell haben die Schiffe nachts nicht wirklich viele Lichter, vor allem wenn die Stadt um einen herum blinkt und blitzt.

Irgendwann waren wir dann draußen und haben sogar die angepeilte Bucht an einer Insel für die restliche Nacht gefunden.

Der nächste Morgen

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Wir hatten die angeblich beste Pizza von Auckland auf Waiheke Island und haben uns dann für den Abend auf das Boot verzogen.

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Am Abend war es komplett windstill und die ganze Bucht war voller winziger durchsichtiger Algen die bei Bewegung aufleuchten. Das ganze war zu schwach für die Kamera, da Langzeitbelichtung auf einem Boot eher wenig Sinn macht.

Aber total beeindruckend. Jede Berührung mit dem Wasser hat leuchtende Kreise ausgelöst. War leider viel zu kalt zum Schwimmen, aber ich war schon sehr dazu verleitet reinzuspringen. Das ganze Specktakel hat ungefähr 3 Stunden angehalten. Dann kam ein leichter Wind auf, der die Algen quasi ständig ausgelöst hat und damit war nichts mehr zu sehen.

Am Morgen habe ich aus dem Bett die Ankerkette verstaut und wir haben beide Motoren angeschmissen und sind im Sonnenaufgang während des Aufstehens losgetuckert. Es war leider kaum Wind sodass wir ungefähr 5 Stunden zurück nach Auckland brauchten.

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Dort haben wir noch ein bisschen das Boot gesäubert, die Elektrik geflickt und sind dann die 300km zurück nach Rotorua gefahren.

27.06.2015 Straight North

Auf dem Weg nach Norden bin ich recht viel gefahren um auf die Nordinsel zu kommen. Es war gerade eine Kältewelle auf der Südinsel. Minus 20 Grad, aber ich hatte nur minus 10 in meinem Auto in der Nacht. Fürs Zelt war es mir zu kalt.

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Unterwegs bin ich noch zum Mt Hutt Skigebiet gefahren um mir das mal anzuschauen. Sehr lange Schotterstrecke um da hinzukommen. Aber man kann vom Berg das Meer sehen. Das ist eine starke Kombination.

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Ein schnelles Bett für die Nacht im Auto. Wieder um die minus 10.

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In Picton habe ich noch Joni, der auch auf der Austernfarm arbeitet, besucht. Es war sehr nett ihn wieder zu sehen und auch seine Familie kennenzulernen. Am nächsten Morgen ging es dann direkt mit der Fähre nach Wellington auf die Nordinsel.

Ich bin am Anbend noch bin Whanganui gekommen. In der Gegend gab es einige Tage vorher gewaltige Regengüsse und die Flüsse gingen über die Ufer und Erdrutsche haben fast alle Strassen blockiert. Ich bin bis spät in die Nacht durch die Gegend geeiert und haben keinen Platz zum schlafen gefunden. Ich musste dauernd umdrehen, und alle möglichen Plätze waren 50cm tief mit Schlamm bedeckt. Zum Glück hatte ich ein Auto mit Allrad.

Der nächste Morgen

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Whanganui während den Aufräum-Arbeiten

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Weiter unterwegs nach Norden. Es gab sehr viele Strassensperren und irgendwann bin ich eine gesperrte Strasse gefahren, da es ansonsten einen Umweg von mehreren hundert Kilometern bedeutet hätte. Die Bauarbeiter, die versuchten die Straßen wieder freizuschaufeln haben mich freundlicherweise durchgelassen.

Ich bin keine einzige Schotterstrasse gefahren. Der Matsch kam von normalen Straßen, bzw. dem was davon noch übrig war. Oft war die halbe Straße mit den Berg runtergerutscht.

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Es war eine sehr aufregende Fahrt, aber irgendwann war ich durch. Hier kam dann der Mt Ruapehu in Sicht.

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Und nebenan Mt Ngauruhoe, auch bekannt als Mt Doom / Schicksalsberg. Frodo war nicht zu sehen.

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Zum Abend erreichte ich Taupo wo ich dann auch über Nacht blieb.

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23.06.2015 Weingut im Winter

Die letzten 2 Wochen haben wir auf einem kleinen ökologischen Weingut in der Nähe von Kurow verbracht. Dort haben wir in dem alten Farmhaus gewohnt, da ansonsten niemand mehr auf dem Anwesen lebt. Zum Glück gab es einen netten Ofen, den wir dann auch fast Tag und Nacht in Betrieb hatten. Das Haus war gar nicht isoliert und draußen war es sehr windig und kalt. Aber solange der Ofen an war hat das gepasst.

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Wir haben dort 4 Stunden am Tag gearbeitet und dafür konnten wir dort bleiben und Renzo hat uns alle Lebensmittel gekauft die wir wollten.

So waren die Vormittage mit Weingut Arbeit gefüllt, die Nachmittage mit Gitarre spielen und die Abende mit ausgiebigem Kochen. In der Zeit haben wir wirklich gut gelebt mit gutem Essen und viel Nachtisch.

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An den Wochenende waren wir ein bisschen unterwegs. Wir sind nach Tekapo gefahren, das bekannt ist für seine dunklen klaren Nächte. Sehr berühmt zum Sterne beobachten. Aber leider war es recht stürmisch und wolkig in der Nacht. So sind wir nachts aufs Land rausgefahren und haben uns in den Schlafsäcken aufs Autodach gelegt und im kalten Wind die Sterne durch Wolkenlöcher beobachtet.

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Auf dem Rückweg haben wir noch beim höchsten Berg Neuseelands vorbeigeschaut. Dem Mt Cook mit seinem Gleitscher im Hooker Valley

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Die Gegend ist sehr ruhig, aber mit den Bergen ringsum einfach schön. Und auch das Wetter war nicht schlecht. Nachts kalt, aber mit der Sonne tagsüber ganz nett. Wenn es nicht gerade regnet.

Die Elephant Rocks sind da auch ganz in der Nähe. Das ist der Ort an dem ein Teil von Narnia gedreht wurde.

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Jetzt geht’s weiter nach Norden

Es war eine wirklich schöne Zeit und sehr nette Leute!

08.06.2015 Über den Süden nach Oamaru

Nach einem kurzen Besuch in Queenstown und dem Abschied von Tomer, der nach Indien weiterreiste ging es am Lake Wakatipu nach Te Anau weiter.

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Unterwegs kamen wir noch an den schwebenden Bergen vorbei.

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In Te Anau fanden wir ein sehr nettes Hostel in dem wir ein paar Tage bleiben und fleißig kochten und backten. Vor allem amerikanische Nachspeisen haben wir ausprobiert.

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So ging es danach weiter zum Milford Sound und danach nach Invercargill.

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Invercagill wurde im Reiseführer als, frei übersetzt, “irgendwie flache und nichtssagende Stadt” beschrieben. Irgendwie habe ich auch keine Bilder gemacht, aber es gab eine unendliche Anzahl von Kirchen. Und dort war das Motorrad von dem Film “The World’s fastest Indian” ausgestellt. Den Film kann ich übrigens wirklich empfehlen.

Oamaru ist eine interessante Stadt die sich fast komplett dem Steampunk Genre verschrieben hat. Die Stadt war mal der wichtigste Hafen der Südinsel. Und als das nicht mehr so lief hatte keiner Geld die alten Gebäude abzureißen und daher sind dort jetzt immer noch viele Häuser übriggeblieben.

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Ich bin noch mit Dakota unterwegs und wir haben ein kleines Weingut gefunden wo wir für Unterkunft und Verpflegung einige Stunden pro Tag arbeiten können. Da geht’s jetzt hin.

29.05.2015 Der Weg nach Wanaka

Die Westküste von Neuseeland hat sich im Winter in wirklich netter Weise präsentiert. Es war zwar kalt, aber nicht viel Regen, schönes Wetter und kaum Sandflies.

Nach dem wir den Copland Track gewandert sind haben wir uns auf den Weg nach Jackson Bay gemacht. Das ist der Ort an dem an der Westküste die Straßen enden. Solche Orte finde ich ja immer spannend.

Wir sind momentan: Dakota aus Utah, Tomer aus Israel und ich aus Deutschland.

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In der Bucht war sogar noch eine Delfin Schule unterwegs

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Hier kann man sehr schön das Ende der Welt sehen.

Und auf dem Rückweg haben wir noch für einen schönen Sonnenuntergang angehalten.

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Und das hier ist der beste Ort zum Steine flipsen den ich bisher auf der Welt gefunden habe. Die Blue Pools im Mount Aspiring National Park. Aber leider einige Sandflies unterwegs.

Wanaka ist eine recht nette kleine Stadt und im Winter voller Wintersportler. Die Gegend ist auch fürs  Klettern bekannt, aber das hat vom Wetter her nicht so richtig gepasst.

28.05.2015 Reise in die schneeumringten Sterne

Lass uns eine Reise unternehmen. Lehn dich zurück und schließe Deine Augen (ok, auf den Text blinzeln ist erlaubt). Wir werden einen Ort aufsuchen der eine Reise wert ist, nicht nur einen Umweg. Zuerst befreien wir das Auto von seinem frostigen Pelz und fahren bei strahlendem Sonnenschein und 2,3°C eine wunderschöne, wilde Küste entlang, folgen Buchten und Bergen, durchqueren Raureif-bedeckte Wiesen bis wir neben dem Copland River das Auto zurücklassen.

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Das letzte Dorf liegt schon viele Kilometer zurück und vor uns erstreckt sich weiterhin die fast unbewohnte, wild wuchernde Westküste unter einem frostigen Mantel.

Mit dem Rucksack auf dem Rücken und einem warmen Tee im Bauch suchen wir uns einen Weg durch den ersten Fluss. Da noch 7 Stunden des Wanderns vor uns liegen wollen wir unsere Schuhe natürlich nicht gleich mit eisigem Wasser füllen sondern bauen uns einen Weg aus großen Steinen.

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Nun folgen wir dem Tal entlang des Flusses durch den Regenwald. Überall sind die Spuren der Wassermassen zu sehen die hier normalerweise hindurchrauschen. Stell dir mal 7 Meter Niederschlag pro Jahr vor die durch diese Flüsse und Schluchten rauschen.

Der Weg führt durch den Neuseeländischen Regenwald, der von der letzten Nacht noch mit Frost überzogen ist. Wo immer die Bäume etwas lichter stehen ist ein Übergang wie in eine andere eisige Welt.

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7 Stunden geht der Weg bergan und viele weitere Flüsse und Erdrutsche wollen überquert werden. Links und rechts rauschen immer wieder Wasserfälle über die Felskanten und ergießen sich brausend in den Fluss, an dessen Ufern sich das Sonnenlicht in den Eiskristallen bricht.

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Zum Glück finden wir bei den größeren Flüssen und Schluchten einige sehr lange Hängebrücken, die uns einen weiten Weg ersparen.

P1060102Um die Mittagszeit gelangen wir zu einer kleinen Not-Hütte an der wir unseren Mittags-Imbiß aus selbstgebackenem Brot verzehren. Nach der Stärkung geht es weiter bergauf und in die schneebedeckten Berge hinein. Als die Sonne beginnt sich langsam hinter den Bergen zu verstecken liegen die letzten Kilometer vor unseren inzwischen müden Füßen und wir können das Kohlenfeuer der Hütte schon riechen. Mit den letzten Lichtstrahlen schlurfen wir in die  Welcome-Flat Hütte. Dort werden wir von einem gemütlich glühenden Kohlenfeuer begrüßt und können hinter den Bäumen schon die großen Dampfschwaden der heißen Quellen aufsteigen sehen.

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Nachdem wir unsere Schlafsäcke ausgerollt haben kochen wir uns einen Tee und etwas zu essen und waschen schnell noch das Geschirr ab. Dann geht es hinaus in die dunkle Kälte unter dem Sternenklaren Himmel. Ungefähr 200m von der Hütte entfernt finden wir einen kleinen Unterstand in den wir uns umziehen können, was bei –5 Grad sehr schnell geht, und dann geht es auf schmerzenden eiskalten und nackten Füßen über spitze Steinchen und gefrorenes Gras zu den warmen Tümpeln. Dort erwartet uns weicher Schlamm, wohlige Wärme und blubbernde Blasen in die wir uns zurücklehnen und das Panorama der vom Mondlicht beschienenen, schneebedeckten Berge genießen können, während über uns die Sternschnuppen über den klaren Himmel rasen und der Wasserdampf genüsslich um uns herumwabert.

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Irgendwann stellen wir dann fest, dass das abtrocknen und umziehen um so länger zu dauern scheint, je kälter der Boden ist auf dem die bloßen und nassen Füße stehen. Und so geht es dann flotten Schrittes in den Schlafsack.

Der nächste Tag begrüßt uns mit einem immer noch klaren Himmel und lädt zu einem schnellen Sprung in das heiße Wasser ein. Der einzige Nachteil des vorhandenen Lichtes ist, dass die visuellen Eindrücke der Tümpel nicht unbedingt einladend wirken.

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Aber wir können uns einen Kopfkissen-Stein suchen und uns zurücklehnen um die Sonne dabei zu beobachten wie sie langsam die Bergspitzen mit weichem Licht übergießt.

Alles hat einmal ein Ende und das Frühstück und der Rückweg erwarten uns. Alle anderen haben inzwischen die Hütte verlassen und auch wir machen uns auf den Rückweg über die vielen Hängebrücken um dann mit dem letzten Licht der Dämmerung müde und glücklich das Auto zu erreichen.

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19.05.2015 Westport

Heute hat das Wetter mich sehr nett empfangen. Es hat nicht geregnet und war wärmer als gedacht. Westport ist eine kleine Stadt an der Mündung des Buller River gelegen. In 2 Minuten ist man am Strand und kann den Leuten beim Spazierengehen mit ihren Hunden zuschauen.

Die Stadt hat ihren eigenen Geruch, den ich hier an der Westküste überall angetroffen habe. Hier wird/wurde überall Kohle abgebaut und die hält immer noch die Häuser warm. Ich mag den Geruch irgendwie und es ist wirklich schön mal wieder einigermaßen geheizte Häuser zu haben. Jetzt sitze ich auch gerade neben einem alten Kohleofen.

Das Hostel in dem ich letzte Nacht war kann ich sehr empfehlen (Bazil’s). Es gab sogar Heizkörper. So mit Wasser und so. Habe ich hier noch nicht gesehen hier. Und die Holz/Kohle Öfen sind sogar an das Wassersystem angeschlossen.

Ich hatte mich schon gefreut, dass die angeblich so zahlreichen Sandflies gar nicht vorhanden sind, aber heute Nachmittag kamen sie dann doch noch. Bisher noch nicht furchtbar schlimm, aber sie sind noch da.

Mein Weg führte mich heute in der Dämmerung in eine Geisterstadt um eine ehemalige Goldmine. Überall eingestürzte und intakte Minenschäften und Stollen und einige Ruinen und Fundamente. Vor allem die alten Grundstücksgrenzen lassen sich oft noch gut erkennen. Die Hecken sind halt jetzt Baumreihen. Nachdem ich den kleinen matschigen Feldweg im Dunkeln zurück zur Strasse gefunden habe bin ich in Reefton angekommen. Ein kleines Städtchen neben einer immer noch aktiven Goldmine. Und die erste Stadt in NZ die ein Stromnetz und elektrische Strassenbeleuchtung hatte. In dem Hostel sind ausser mir noch ein Kiwi und ein Franzose die beide in der Goldmine arbeiten. Das Hostel wirkt wirklich wie aus vergangenen Jahren. Aber ein sehr freundlicher Besitzer und ein Kohleofen, also einigermaßen warm. Als ich ankam hing ein Schild an der Tür, dass man sich einfach ein Bett suchen solle, der Rest würde sich dann schon ergeben. Sehr sympathisch. Und sehr günstig.

13.05.2015 Klettern in der Golden Bay (mal wieder)

Ich habe in Blenheim noch 2 Nächte im Hostel verbracht, da mein Zimmer schon wieder verplant war. Irgendwie ist da gerade immer noch starker Bedarf für Zimmer, obwohl ich im Hostel fast der einzige war. Da waren alle anderen Zimmer leer. Und es war meine bisher letzte Gelegenheit Brote zu backen.

Am 05.05. bin ich dann mit 2 neuen Reifen von Blenheim nach Motueka gefahren wo ich einige Leute wiedergesehen habe. Jens und Linda und Alice und Lisa waren dort und haben Äpfel gepflückt, oder auch Kiwis verpackt. Wir hatte einen netten Abend und am nächsten Tag habe ich Vincent auf dem Hangdog Climbers Camp getroffen. Dort ging gerade die Welt unter so sehr hat es geregnet. Und dann auch die ganze Nacht durch. Zum Glück hat irgendjemand auf dem fast leeren Camping Platz eine Plane zwischen de Bäumen vergessen. So konnte ich mein Zelt wenigstens halbwegs trocken aufbauen. Es fällt schon irgendwie auf, dass jetzt Herbst ist. Es regnet viel und die Nächte werden auch ein bisschen kühler. Aber wenn die Sonne mal scheint dann ist es gleich wieder recht warm.

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Am nächsten Tag wollten wir gleich zum Klettern ans Meer nach Pohara fahren, da die Felsen dort in der Sonne und im Wind stehen und daher recht schnell trocknen. Aber auf dem Supermarkt Parkplatz meinte ein netter alter Herr mit seinem Geländewagen rückwärts in Vincents Auto fahren zu müssen. Dadurch war dann die hintere Tür eingedrückt und die Scheibe kaputt. So haben wir dann neue Kontakte mit den Neuseeländischen Versicherungen und Werkstätten knüpfen dürfen und der Tag war gelaufen. Das Auto haben wir dann noch über den Berg nach Motueka fahren müssen, da hier niemand die Reparatur durchführen konnte.

Die nächsten Tage waren wir mit Kelsey, Tracy und John aus Alaska Klettern. Sehr nette kletternde Fotografen! Und Abends haben wir nochmal die Glühwürmer besucht, diesmal mit allem was man sich an Foto Equipment vorstellen kann und dann auch fast 3 Stunden dort verbracht. War schon spannend.

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Ich füge hier mal ein paar Bilder aus der Glühwurm-Höhle ein die Vincent gemacht hat während Kelsey und John verschiedenste Fotos gemacht haben

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Kelsey und John schreiben ihren Bericht in einem Forum, die Bilder sind wirklich toll.

http://www.supertopo.com/tr/Oceania-and-South-East-Asia-Ongoing-Trip/t12707n.html

So waren wir an trockenen Tagen Klettern und haben abends meistens bei Regen im “Kochschuppen” gemütlich und sehr lecker gekocht.

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Am Freitag war Vincents Auto wieder fertig und ich habe in Motueka noch für mein Auto ein Warrant of Fitness (sowas wie HU) machen lassen. Und der Besitzer der Werkstatt hat mir noch angeboten am Montag seine Werkstatt benutzen zu können um den Zahnriemen bei meiner Karre zu wechseln.

Also beschloß ich noch ein paar Tage in dem wunderschön langweiligen Motueka zu verbringen. Jens, Linda, ALice und Lisa waren immer noch da und so bin ich für 3 Tage in deren Haus verbracht. Durch die vielen Jobs hier (Äpfel und Kiwis pflücken und verpacken) gibt es einige Häuser die meist von asiatischen Frauen verwaltet und an Reisende/Arbeiter vermietet werden. Dabei werden dann so 20 Leute in ein normales relativ heruntergekommenes Haus gesteckt. Ist nicht so richtig gemütlich. Inzwischen ist es nachts ja auch nicht mehr so warm und die Häuser haben keine Heizung. Das ist zwar eine relativ günstige Art zu wohnen, aber die Besitzer bekommen trotzdem Unmengen an Geld. So ein Haus würde komplett vielleicht 300$ pro Woche kosten zur Miete und auf diese Art kommen dann 1800$ zusammen.

Am Sonntag bin ich noch ungefähr 30km des Abel Tasman Coast Walks gewandert. Dafür habe ich mich mit einem der Wasser Taxis in die Bark Bay bringen lassen und bin zurück zu meinem Auto gelaufen. Zum Glück war gerade ein Sonnentag und kein Regen wie die Tage davor.

Das erste Stück ging über viele kleine Strände und war echt schön, aber der zweite Teil war etwas langweilig. Und selbst jetzt im quasi Winter fahren immer noch ständig die Wasser Taxis vorbei. Ich will mir gar nicht vorstellen wie das im Sommer ist. Da habe ich schon schönere Ecken gesehen. Und dabei soll das einer der schönsten Great Walks sein.

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Heute morgen bin ich dann fix zur Werkstatt gefahren und habe den Zahnriemen gewechselt und bin dann Mittags weiter gefahren.

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Ich musste leider nochmal nach Nelson, was nicht wirklich auf dem Weg liegt. Aber meine Isomatte war undicht weil sich der Kleber aufgelöst hatte und an der Westküste gibt es keine großen Städte mehr. Daher musste ich zum reklamieren nach Nelson.

Jetzt bin ich in Westport in einem sehr netten Hostel angekommen und bin mal auf das Wetter morgen gespannt. Hier kann man angeblich nett surfen, aber ich bin im Dunkeln angekommen und das Wetter ist gerade nicht sehr einladend.

Bis bald

Manuel

04.05.2015 Bye Bye Oyster

 

Die Arbeit auf der Austernfarm ist jetzt vorbei und nun geht die Reise weiter. Aaron (der Besitzer) hat noch ein nettes Grillen am vorletzten Arbeitstag vorbereitet und dann war auch schon der letzte Arbeitstag. Ich bin ganz froh, dass sich meine Hände jetzt wieder erholen können. Durch das Salzwasser und das ganze Zeug darinnen hatte ich die ganze Zeit eine Art Ausschlag was sehr nervig war.

Ich war die letzten Wochenenden noch bei 2 Bergrennen von den örtlichen Autoclubs. Das war echt nett und ich wurde beide male gleich eingeladen mitzufahren. Es hat sich sehr schnell ein Renn Overall und ein Helm gefunden und schon konnte ich als Beifahrer mitfahren. Schon spannend. Smiley

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Und dieses Wochenende war ich am Samstag am Fluss in der Nähe von Renwick wo viele Offroad Tracks sind. Ich bin nur am Nachmittag ein bisschen rumgefahren soweit mein Auto das zuließ um mir das anzuschauen und habe auch gleich einen festgefahrenen Geländewagen rausgezogen. Obwohl das schon sehr grenzwertig war  Zwinkerndes Smiley

Und am Sonntag war ich Nachmittags bei schönen Wetter auf den Kiesbänken des Flusses unterwegs, als 2 Männer mit einem schicken Jetboot auf dem Anhänger vorbeikamen. Als ich hinging um freundlich Hallo zu sagen und mir das mal anzuschauen haben sie mich gleich eingeladen mitzukommen. War echt spannend. Der Fluss verzweigt sich in einem sehr breiten Flussbett und bildet oft viele kleine flache Ströme. Da sind wir dann  gute 2 Stunden durchgeheizt. Das ist ein sehr aufregendes Prinzip. Je flacher das Wasser desto schneller muss das Boot sein damit es nicht zu tief eintaucht. Und Jetboote lenken überhaupt nicht wenn man vom Gas geht. Viele Gründe also für spannende Action. Aber wir sind natürlich auch stecken geblieben. Ich habe ein paar Filme gemacht, aber die meiste Zeit habe ich mich festgehalten Smiley

Es ist wirklich faszinierend wo wir überall lang fahren konnten. Selbst 10cm tiefe Stromschnellen sind kein Problem wenn sie nicht zu lang sind. Das Boot rutscht dann einfach ein Stück durch den Kies. Es klingt nur wirklich gruselig wenn der Jet Antrieb die ganzen Kiesel frisst. Aber es scheint zu funktionieren. Aber für den Spass braucht es dann für ein kleines Jetboot schon gute 450PS damit es schnell genug beschleunigen kann in den kurzen Stücken wo das Wasser tief genug ist.

25.04.2015 Airshow in Omaka

Ostern war ich auf einer Flugzeugshow hier in der Nähe von Blenheim. Da gibt es zwei Flugplätze. Einer für das Militär und die Fluggesellschaften und der andere, Omaka Airport, für Privatflugzeuge.

Es war schon beeindruckend die ganzen alten Flugzeuge herumfliegen zu sehen.

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Und es gab auch einen Totalschaden bei der Landung

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Es war stark so nah dabei sein zu können. Und am Abend gab es noch ein großes Feuerwerk zum Abschluss.

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Bei der Arbeit werden es nach und nach immer mehr Leute weil sie bald die ganzen Austern ernten und auf die Nordinsel verschiffen wollen. Ich werde da jetzt noch eine Woche bleiben und dann geht’s weiter die Westküste runter.

Ich habe hier unterwegs das Buch Der Schwarm im Bücheraustausch auf einen Campingplatz gefunden. Das habe ich letzte Woche gelesen. War schon spannend ein Buch zu Lesen in dem sich das Meer gegen die Menschen auflehnt und dann die ganzen Tage auf dem Meer zu verbringen Smiley

Vor 2 Wochen ist das größere Boot fertig geworden um die ganzen Leute zu transportieren. Aber das Boot ist so eine Baustelle dass es zu wirklich spannenden Fahrten geführt hat. War eine nette Abwechslung für mich das alles wieder zu reparieren. Wir haben das Boot nur 3 Tage benutzt bisher, da bei einem Jet ein Bolzen gebrochen ist und wir auf Ersatzteile warten mussten. Das hat zu einem 2 Stündigen Treiben auf dem Meer geführt, das glücklicherweise sehr ruhig war, da ich viele Schrauben unter dem Boot unter Wasser lösen musste. Mit großen Wellen hätte das nicht funktioniert. Ich habe die Lenkung des einen blockierten Jets abgebaut und damit konnten wir dann wenigstens mit einem Motor weiterfahren. Für den Rückweg habe ich dann den Rest wieder einigermaßen zum laufen gebracht.

Zweimal sind uns auf dem Weg zur Arbeit auch Delfine über den Weg geschwommen.

 

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Grüße aus Blenheim